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Klaus Seliger erinnert sich

Nun ja, ich weis nicht wie es euch geht, aber je näher unser Klassentreffen rückt und je länger ich in alten verstaubten Kisten und Fotoalben nach schulischen Relikten suche, desto mehr erinnere ich mich an so manche Geschichte aus der damaligen Zeit. Gott sei Dank sind wir heute alle (etwas) älter und reifer und können, so vielleicht über manches von damals mehr schmunzeln.

Die meisten Geschichten die mir so durch meinen Kopf geistern, spielten sich in den parallel Welten neben der Schule ab, im Jugendcafé, Juz, Club Voltaire, Treffpunkt, Come In, Wild Love, Kleingärten... . Diese, denke ich, können wir im ‚Äbbelsche’ am 24.06.2006 austauschen.

Bevor ich nun schulische Erinnerungen ergänzen möchte, will ich noch eine „düster Legende“ aus den Protokollen des Planungskomitees beseitigen. Sichtlich erschrocken las ich da, „Klaus Seliger schlug Till Heinz in den Magen, der darauf umkippte (nicht der Magen, sondern Till)“. Außenstehende oder Nichteingeweihte könnten diesen Satz so interpretierten, dass ich ein wüster Schläger und Rüpel bin oder, dass es bereits schon 1976 in unserer Klasse so zur Sache ging, wie es heute an vielen Schulen zur Sache geht. Beides war und ist garantiert nicht der Fall.

Ich möchte hier jetzt nicht vor unserer Biologielehrerin Frau Altenburg schleimen, meine Biologienote ist eh schon vor 30 Jahren gelaufen, aber es war der Solarplexus und nicht der Magen. Dieses Nervengeflecht unter dem Zwerchfell, genannt auch das Sonnengeflecht, war der Auslöser für Tills Fall. Heinz Gebel, Till und ich schlenderten damals über den Schulhof und grübelten über ein Buch oder Zeitschrift (um was für eine Lektüre es sich handelte, kann ich mich leider nicht mehr erinnern, ist aber, glaube ich, auch nicht so interessant). Also wir schlenderten: Till rechts, Heinz in der Mitte und ich links. Till hatte damals eine alberne Phase und störte Heinz und mich andauernd. Das ging über einen längeren Zeitraum. Irgendwann war es zuviel und mit einem lauten „hör jetzt auf“ und einem leichten Klaps von mir, unter der Lektüre hindurch, wollte ich Till verscheuchen. Leider trafen mein rechter Zeige- und Mittelfinger Tills Solarplexus. Dieser (Tills Nervengeflecht) bekam vor Schreck einen Schock, den so genannten Solarplexusschock, und lies Till zu Boden gehen. So und nicht anders war es damals wirklich. Ich hoffe Heinz und Till können diese Geschichte bestätigen. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass Till und ich bis heute noch Kontakt halten und öfters im Jahr zusammen essen gehen.

Eine andere Geschichte woran ich mich erinnere, war unsere ‚Gefängnishof-Demo’. Damals wurde von der Schulleitung angewiesen, den Schulhof nicht in den Pausen zu verlassen. Das schmerzte besonders die Raucher unserer Klasse, denn das hieß nicht nur Richtung Waldstrasse, sondern auch Richtung Goetheschule, wo wir uns damals besonders gerne aufhielten, war der Weg verschlossen. Denn nur dort konnte in Ruhe im angenehmen Ambiente geraucht werden und ein paar weibliche Klassenkammeraden konnten sich mit den (männliche) Gymnasiasten, oder umgekehrt, treffen. Diese Entspannungsoase wurde somit von uns getrennt. Um der Schulleitung unseren Unwillen in Bezug auf diese Entscheidung zu zeigen, liefen wir in einer großen Pause auf dem Schulhof im Kreis. Dies sah sehr witzig aus. Damals waren auf dem Schulhof zur Verkehrserziehung Straßen und Wege aufgemalt. Auf dem einzigen Kreisel, vor dem Tor zur Waldstraße, liefen wir. Ob wir uns auch mit Gefangenennummern kennzeichneten, kann ich mich nicht mehr erinnern. Jedenfalls lachten die anderen Klassen, vereinzelt kamen Lehrer angeschlendert, ließen sich die Beweggründe der „Gefängnisinsassen“ erklären und freuten sich über unseren „Spaß“. Als der Pausengong erklang und alle Schüler und Lehrer in ihre Klasse strömten und wir weiter tapfer im Kreis marschierten, war Schluss mit Lustig. Wir wurden mit Nachdruck aufgefordert in unsere Klasse zurück zukehren. Was wir dann schließlich auch taten.

Kurzerinnerungen an:

Stundenlange Panzerschlachten während des Unterrichtes zwischen Till, Heinz und mir, gekrönt mit mehreren Klassenbucheintragungen an einem Tag (so viele Klassenbucheintragungen an einem Tag schaffte nicht einmal Axel).

Angst der Eltern vor Aufklärungsunterricht.

Die ‚Lizenz zum Schlagen’ von Axels Eltern für Frau Hamers, z.B. Deut schbuch auf Axels Kopf (lauter dumpfer Schlag, als Axel vor lauter unterrichtsfremder Tätigkeit nicht merkte, dass Frau Hamers inzwischen hinter ihm stand).

Mode: US-Militär-Taschen, musst jeder haben der „In-Sein“ wollte.

Eine Mischung aus Fuß- und Football (mit Tennisball) auf dem Schulhof. Wurde leider, nach dem Schüler aus niederen Klassen etwas gelitten hatten, verboten.

Gebrüder Fink und Werner als Silvesterknallerdealer.

Abschreibtechniken: Tagelang Lehrer an Poster an der Decke gewöhnt, dann Poster mit Riesenspickzettel ausgetauscht oder Spickzettel hinter hochgefahrner Tafel deponiert.











 
 

Klaus Seliger 1976

 

 

Gerhard Birkl, Michael Ruhnke, Jörg Dudkowski (1976)

 

 

Klaus Seliger und Heinz Gebel im'WL' 1976

 

Wem gehörte wohl diese wunderschöne Gitarre mit Kerzen (Fenster 'WL' 1976)

 

1977 im Jugendcafé

 

 

Heinz Gebel, (nicht 10aR Gerhard S.), Klaus Seliger im 'WL' 1977

 

1977

 

 

 

1978

 

 

 

 

1979

 

 

 

1980

 
 
 
 
 
 
 
   

Klaus Seliger's Kommentar zur "Gegendarstellung aus Sicht von Till Heinz":

Diese mit schnörkeligen Worten verfasste Darstellung, klingt recht lustig und ist gewissermaßen spannender als der K.O. durch zwei, ziellos bewegte Finger. Doch muss ich gestehen, dass ich mich an diese Version, soweit ich den Ablauf in Tills Gegendarstellung  richtig interpretieren und verstehen konnte, überhaupt und gar nicht erinnern kann.

Schon der Anfang, ich mag ihn gar nicht wortwörtlich wiederholen, „KS: Boah,...“, „TH: Wo...“, „Ka-Dongg“, ist so untypisch für mich, dass ich mit klaren Gewissen sagen kann, ‚Sylvie so war das nicht!’.

Richtig ist, dass ich eine lange Zeit den Kampfsport Karate betrieben habe, auch schon zu dem Zeitpunkt dieses Geschehens, und nur allein aus diesem Grunde muss und will ich auf Tills Schilderung eingehen.

In der fiktiven Ermittlungsakte, die auf amüsanter Weise versucht das damalige Geschehen darzustellen, findet man den Begriff ‚Tigerkralle’. Diese Fingertechnik soll Tills Solarplexus zu einer Überregung animiert und zu der, wie in meinen Erinnerungen beschriebenen, Überreaktion geführt haben. Hier haben wir schon den zweiten Punkt, der zeigt, dass diese Schilderung auf wackligen Beinen steht. Die ‚Tigerkralle’ ist eine charakteristische schnelle Angriffstechnik des Kung-Fu und hat nichts mit Karate zu tun. Es gibt zwar auch Karate-Fingertechniken’ (Nukite), wie z.B. Ippon Nukite (Fingerstich, Einfinger-Speerhand), Nihon Nukite (Zweifinger-Speerhand) oder Yonhon Nukite (Vierfinger...), die ich aber erst einige Jahre später erlernte. Auch ist die Philosophie des Karate, die Verteidigung und nicht der schnöde Angriff. Die körperliche und geistige Auseinandersetzung mit dem sportlichen Partner dient der Entfaltung der Persönlichkeit. Das Wesentliche ist nicht der Sieg über den Gegner (oder gar Rache aus verletzter Ehre, wie am Ende der Ermittlungsakte erwähnt), sondern der Sieg über sich selbst.

Auch ist ein nicht zu verachtendes und nicht zu unterschätzendes Problem, was auch uns alle Ehemaligen der 10aR betrifft, das Gedächtnis. Im Alter um 40/45 beginnt der geistige Abbau. Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnis etwa sind bei Menschen in den mittleren Jahren schon um zehn bis fünfzehn Prozent vermindert im Vergleich zu 20jährigen. Diese Ergebnisse einer Studie haben britische Psychologen von einem Forschungszentrum (Cognitive Drug Reasearch Ltd.) in Reading bei einer Konferenz der Britischen-Gesellschaft in London bereits schon im Jahre 2000 vorgestellt. Der Teamleiter Professor Keith Wesnes brachte dies bei einem Interview der BBC auf den Punkt: „Ab Mitte 40 kann man sich nicht mehr so gut konzentrieren, man lässt sich leicht ablenken, wird leicht vergesslich“.

Ob diese Einschränkung des Gedächtnisses mehr bei Till oder bei mir seine Wirkungen zeigt, sollten wir dabei belassen und nicht hier in aller Öffentlichkeit ausdiskutieren.

Das Einzige, was aus meiner Sicht nur noch zur Klärung der Richtigkeit dieser beiden Darstellungen beitragen kann, ist ein Augenzeuge. Also lieber Heinz G., bitte tritt aus Deiner Deckung heraus und äußere Dich dazu, und nicht nur über das Grab Deines Hamsters. Vielleicht erinnerst Du Dich ja auch an ein Paar andere Schulgeschichten.

Sollte sich Heinz nicht durch meinen Aufruf angesprochen fühlen, bleibt für Till und mir als Ergebnis nur der kleinste gemeinsame Nenner frei nach dem britischen Dramatiker Shakespeare: „Es war der Solarplexus und nicht der Magen“.

Klaus S. an einem sonnigen, heißen und schwülen Juli Tag im Jahre 2006.

Ps.: Heinz, solltest Du Dich an die richtigen, tatsächlichen Vorkommnisse erinnern, ich spreche hier natürlich von meinen Erinnerungen, könnten Dir zwei bis drei Sauergespritze sicher sein. Klaus 

   
 

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Stand: 11.02.07